Sonntag, 13. Januar 2013

Gedanken zum Nachdenken

Das neue Jahr ist schon wieder in vollem Gang. Schule, Alltag, alles wie gehabt. Aber extrem viele gute Bekannte und Freunde erwähnten in Zusammenhang mit dem Jahreswechsel, wie unglaublich schnell die Zeit rase! War das bei Euch auch so? Habt Ihr das villeicht auch selbst gesagt?

Auch ich hatte zwischen Weihnachten und Neujahr mal das Gefühl - mein Gott, schon wieder ein Jahr älter, schon wieder ein Jahr vorbei! Und dann hab ich in einer ruhigen Minute angefangen mich zu fragen, warum wir das denn so empfinden? Denn Tatsache ist:  Das Jahr vergeht genauso schnell oder langsam wie früher auch. Jedes Jahr hat 365 Tage und jeder Tag hat 24 Stunden. Schon immer. Warum haben wir aber das Gefühl, dass es viel viel weniger Tage sind, weniger Stunden, dass die Zeit kaum reicht?

Abgesehen davon, dass wir uns zu viel aufhalsen, zu aktiv sind und uns zu wenig Freiräume schaffen, ist für mich ein Hauptgrund das Verschwinden der Jahreszeitenwechsel. Dieser zeigt sich in vielen Bereichen. Zum Beispiel klimatisch: Frühling und Herbst gibt es nicht mehr! Vom Winter geht es temperaturmässig innerhalb von einer Woche direkt in den Sommer, von der Winterjacke direkt zum T-Shirt! Und Ende Sommer dann innerhalb von ein paar Tagen direkt in den Winter, von den Flipflops direkt in die gefütterten Stiefel. Keine Uebergangszeiten mehr. Ein halbes Jahr Winter, ein halbes Jahr Sommer - fertig.

Und dann wäre da noch das Verschwinden der "das ist nichts-Zeit" zwischen den Feiertagen. Die Zeit, in der NICHTS war. Die neutrale Zeit. Die Zeit, die einen Unterbruch schuf. In der man sich weder mit Weihnachts- noch Oster- noch Herbst-Deko beschäftigen musste. Mental sind wir immer, kaum ist ein Event vorbei, schon wieder mit beiden Füssen im nächsten. Keine Pause. Keine Erholung.

Schuld daran sind für mich vor allem die Detailhändler. Und ich hasse es! Denn wenn ich schon von Mitte Oktober an, noch bevor in unserer Region die Herbstmesse vorbei ist, die ach so liebliche Weihnachtsdeko in den Läden sehe, habe ich Ende November schon fast keine Lust mehr, bei mir zuHause weihnächtliche Deko-Stimmung zu schaffen. Ich habe mich schon sooo satt gesehen am ganzen, dass ich je länger je weniger kaum mehr Lust aufs Dekorieren habe. Dieses Jahr musste ich mich regelrecht zwingen, jawohl. Und wenn ich mir so die Restposten bei den Detailhändlern ansehe, dann habe ich das Gefühl, dass es vielen so geht. Uebersättigt. Abgestumpft. Keine Kauflust mehr, sorry!

Ups, jetzt bin ein bisschen abgeschweift. Und doch irgendwie nicht. Wir waren ja bei der rasenden Zeit. Und die ganze Deko-Geschichte ist auch mit ein Grund, warum das Jahr so eng zusammenrückt. Es wird mental automatisch auf 9,5 Monate verkürzt, wenn wir optisch 2,5 Monate mit Weihnachten beschäftigt sind, nicht?! Und da sind die zwei Monate Ostern noch gar nicht miteingerechnet!

Und wie seht Ihr das?
Ein schöne, osterdekofreie Woche wünsch ich Euch!
Karin




Kommentare:

  1. Wahre Worte. Ich kann mich dem ganzen nur anschliessen.
    Hatte dieses Jahr auch keine grosse Lust auf Weihnachtsdeko und ratz fatz war sie bei uns auch wieder weg da es mir ohne Schnee nicht Weihnächtlich ums Herz war.
    Einen schönen Sonntag
    Barbara

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  2. Hoppla! Jetzt ist aber viel aus dir herausgesprudelt! *lach* Und weisst du was? Mir geht es wie dir mit dem Detailhandel. Ich mag gar nicht mehr in die Läden vor Weihnachten und erst recht nicht in den Ausverkaufrummel, wo die Extrawühlschachteln mit Billigfummelklamotten auffüllen - wäääähhhh!!!
    Und noch zum Spruch: DIE ZEIT RAST. RAST kommt doch von rasten, oder? ;-))
    GgggglG Eveline

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  3. Liebe Karin, natürlich hast du recht. Aber auch ich muss Anfang Sommer schon an den Herbst denken, denn all die Hirsch- / Rehli-/ Pilzlitäschchen lassen sich nicht erst Mitte September produzieren und auch du zeigst die ersten Weihnachtskarten im Oktober. Darum finde ich, dass wir uns zwar in unserem privaten Umfeld diese Gedanken machen können, aber sogar wir Kleinen diese Wahl nicht haben, wenn es darum geht unsere Produkte rechtzeitig anzubieten. Dies gestehe ich auch den Grossverteilern zu, denn anscheinend können sie der Kundschaft die Fasnachtsküechli auch schon zu Weihnachten verkaufen. Warum sollten sie dann dieses Geschäft nicht mitnehmen? Und nein, bis jetzt hab ich keine gekauft.
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  4. liebe karin
    ich denke, der hauptgrund ist doch, dass alles immer schneller abläuft - wir schaffen immer mehr beschleunigungen mit hilfsmitteln, multitasking ist angesagt, alles gleichzeitig, alles nutzen, was im angebot ist: nix mehr mit: wenn ich esse, esse ich, wenn ich rede, rede ich, wenn ich schlafe, schlafe ich... nein, alles gleichzeitig, um möglichst viel aus der zeit herauszuholen... (war letzten herbst an einem vortrag von gerhard kohler, der hat wissenschaftlich belegt, dass im vergleich zu unseren jugendjahren heutzutage alles 39 mal schneller abläuft - wie soll die zeit da nicht an uns vorbei rasen????
    nachdenkliche grüsse, dana

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